Sobald mechanisierte Pflege wegen der Gelände-Unebenheit und Bodenbeschaffenheit nicht mehr möglich ist, zeigt sich, dass gewöhnliche Instrumentarien für die Biotoppflege (KULAP, NALAP, Projektförderung) überfordert sind und die Flächen bleiben auch inmitten von Schutzgebieten einfach ungepflegt. Von der Auflassung betroffen sind auch die auf Anmoor oder Gleyböden siedelnden Zwischenmoore (Flachmoore) genauso wie auch stark versteinte oder sehr steile Flächen. Diese verkrauten bald und sind dann zwischen Saalfeld und Eisenach und Steinach bis Katzhütte ziemlich einheitlich zu Mädesüß, Waldsimse, Rohrglanzgras und Brennesseln überwachsen. Nur noch dort, wo ehrenamtliche Naturschützerinnen und Naturschützer jahrzehntelang mit Handarbeite alles pflegte, haben sich kleinflächig die Quellfluren, Rinnsale und Anmoorstellen mit ihre spezifischen Flora und auch Fauna erhalten können.
Ein Beispiel dafür ist das Warnstorf-Torfmoos
(Sphagnum warnsdorfii ). An seiner himbeerroten bis tiefroten Farbe ist die Art in Zwischenmooren unverkennbar. Das Moos gehört zu den Rote Liste Arten Stufe 1 ( vom Aussterben bedroht ) und ist in Europa im ständigem Rückgang. Neben der Auflassung kommt auch die Melioration als Negativ dazu. Durch Initiative einzelner Naturschützer gelang die Erhaltung an zwei Standorten, die schon jahrzehntelang mit der Handsense erhalten werden. Die Schwierigkeit der Pflege solche Standorte bestätigen auch Fachleute. Hinzu kommt, dass die Art sehr langsam wächst und sich vermehrt. Zu besichtigen sind bunte Torfmoosvegetationen von den Holzstegen aus im Schützenberg-Moor nördlich von Zella-Mehlis. Nach meiner Auffasung benötigen wir für solche kleinteiligen Naturschutzarbeiten vor Ort dringend Ranger des Landes, die in die NATURA–2000-Stationen integriert sein sollten.
Hartmut Kempf, NABU Henneberger Land